Mein erster Eindruck:
Wasteland 2 ist Fallout Tactics wie es vielleicht hätte sein sollen. Ich werde dieses deshalb mit zum Vergleich ziehen. Tactics hat damals viel Flak bekommen weil wir auf eine Fortsetzung der Fallout-Reihe gehofft hatten, aber statt dessen ein Strategiespiel bekamen, das die Lore, RPG Elemente und die serientypische Bewegungsfreiheit über den Haufen schmiss. Außerdem ist die Engine shit. Wasteland 2 hat diese Probleme nicht. Alleine aufgrund der Tatsache dass der Vorgänger ebenfalls teambasiert war und WL2 mit den Beschreibungen und Dialogen sehr ausführlich ist. Das macht es einem einfach sich gut in die Welt reinzuversetzen. Zumindest so weit ich gespielt habe.
Wenn ich sage dass WL2 nicht die Probleme von FoT hat ist das nicht ganz wahr. Ich habe das Gefühl trotz allem mehr oder weniger auf "Rails" zu sein, weil sich die Hauptstory von Location zu Location entfaltet. Wie FoT bekommt man aus dem HQ Aufträge denen man nachgehen soll. Plus man ist
wahrscheinlich hoffnungslos undergeared wenn man zu früh an Orte geht an denen man erst später sein soll.
Dies wird insbesondere deutlich wenn man im Laufe der Story die besseren Radsuits besorgen muss um nach Damonta zu gelangen. Ich habe bisher keine Möglichkeit gefunden anders an welche zu kommen, allerdings bin ich auch nicht blind in die Rad-4 Wolken gelaufen.
Was mir auch nicht ganz gefällt ist die Umsetzung einiger Orte. Türen sind manchmal sehr schwer auszumachen weil sie entweder so gut in die Umgebung reinblenden oder alles viel zu dunkel ist. Und man muss einige Situationen mit Samthandschuhen anfassen.
Beispielsweise die Rail Nomads. Der "Golden Rail Spike" war bei mir vom Nebel verdeckt, ich bin näher rangelaufen um zu gucken wo er ist und bevor ich den Monolog der NPCs lesen konnte wurde ich angegriffen. Da ich momentan ohne Quicksave-mania spiele habe ich in den sauren Apfel gebissen und die Topecans ausradiert. Weil ich einen Schritt zu weit gelaufen bin. Ich hab den Spike nichtmal angefasst.
Oder der Temple of Titan, crazy freaks. Ich hatte mich zuerst auf die Seite der Diamondback Militia geschlagen, allerdings hat mich dann einer von deren Trupps angegriffen (=Diamondback corpses), ka warum, worauf der Leader anfing mich zu erpressen. Ich habe mich durch den "Tempel" durchgeschossen und den Deal erfüllt, aber oh nein die Nuke ist fake und ich soll noch eine andere besorgen. Hab mich dann richtig positioniert und die erpresserischen Idioten mit ein paar Granaten gibbed. No bonehead sporting a nuke in my goddamn wasteland, fuck off.
Anscheinend macht mich mein fehlender Takt zu einem
accidental villain. Um fair zu sein, diese fehlende Kontrolle über das was um mich herum geschieht kann allerdings schlecht als negativ gewertet werden.
The wasteland is harsh and unforgiving. Es ist nur eine persönliche Präferenz. Ich bin ein Planer.
Insgesamt ist das Spiel also ziemlich unterhaltsam, Kämpfe und Ruhepausen (Exploration, mit Leuten reden) wechseln sich regelmäßig ab und das Design, sowohl grafisch als auch literarisch, ist wunderbar. Auch wenn die Dialoge nicht die Komplexität von Fallout erreichen und ich noch keinen Erfolg damit hatte Wörter einzugeben die nicht direkt unten am Rand angezeigt werden.
Ich muss jetzt los und nach Damonta. Hatte nach dem Tempel erstmal eine Pause machen müssen.