Ich war heute Abend auch endlich in Prometheus. Natürlich in 2D - wobei ich das bei einigen Szenen fast bereut habe, auch wenn ich weiß, dass meine so nur leichten Kopfschmerzen dadurch den Abend versaut hätten. Das Scheißpärchen neben mir hat das letzte Drittel nur durchgelabert, also hab ich auch hier wieder ne Bestätigung, dass Kino nervt.
Zum Film: Sehr geil. Und dann auch wieder nicht.
Die Crewmitglieder verhalten sich vollkommen irrational und unprofessionell. Das geht beim Umgang miteinander los und endet damit, dass sich die Leute unnötig und offensichtlich in Gefahr begeben. Auch sonst hat der Film einige Unstimmigkeiten, die ich jedenfalls inakzeptabel finde.
Warum nehmen die in einem von unbekannten Lebensformen errichteten Gebilde einfach die Schutzhelme ab und setzen sich möglicherweise wer weiß was aus, nachdem mal eben atembare Luft in den Räumen festgestellt wurde. Wissenschaftler...okay. Kann ich mit zwei zugekniffenen Augen noch durchgehen lassen.
Doch wie kann David den Behälter ungehindert aufs Schiff bringen. Wurden die nicht alle dekontaminiert? Wie machen die das? Ein bisschen Febreze und weiter gehts? Tasche scheißegal. War zwar auch da unten drin, aber wird schon schiefgehen?
Wieso hat ein Schiff von dem technischen Stand keine automatische Kontaminationskontrolle? Schleusen? Hab sowas nicht gesehen.
Was soll der Mist mit dem Geologen und seinem Kollegen? Die latschen einfach zurück und verirren sich? Gehts noch? Sowas würde ich in nem Quatschfilm wie Die Mumie erwarten, aber nicht in nem Ridley Scott-Science Fiction Thriller, der ganz hohe Erwartungen erfüllen will. Die hatten doch alle Kontakt zum Schiff - Hin- und Rückweg war schon kartografiert...wie kann sowas passieren?
Ich finde also, dass sich die Crew außerordentlich dumm verhält und irgendwelche Sicherheitsstandards scheint es auch nicht zu geben, wenn doch, werden die anscheinend komplett ignoriert.
Das ist ne ganz miese Leistung der Drehbuchautoren.
Dazwischen ist irgendwo David, der für mich ebenfalls nicht nachvollziehbar agiert.
Ich nehme an, dass David höchstens einen von Weyland persönlich eingepflanzten Moralkodex hat. Als richtig böse kann man ihn nicht bezeichnen, auch wenn er böse Dinge tut.
Dass er Holloway mit dem Schwarzen Schleim "infiziert", kann ich mir nur damit erklären, dass Weyland sehen wollte was passiert, in der Hoffnung, hier vielleicht schon die Lösung seines Problems zu finden. Pustekuchen. Ansonsten finde ich die Motive der beiden zu undurchsichtig, um mir eine Meinung bilden zu können. Das gilt auch für Weylands Tochter. Hier wurde am Potential der Charaktere genausoviel verschenkt wie bei den anderen.
Und dann wären da noch die Unstimmigkeiten im Bezug auf den Alien-Filmkosmos, in dem Prometheus ja ganz eindeutig stattfindet.
Was sind das für Behältnisse? Warum sind in Alien Eier zu sehen, statt der Gefäße? Ist das, was am Ende aus dem Space Jockey schlüpft, die erste Alienkönigin? Wie kann sich dieser Organismus so schnell verändern und anpassen (ab Alien ist es ja erstmal der Chestburster, der mit der Aliendrohne(?) noch nicht viel gemeinsam hat) - ich hatte gehofft dass der Predalien aus AvP (letzte Szene) ein Ausrutscher jenes Machwerks war und keinesfalls kanon.
Mir ist klar, dass es hier um völlig unbekannte Spezies geht, aber das ist mir einfach zu viel und zu unberechenbar um glaubwürdig zu sein - selbst angesichts der Tatsache, dass ich es hier mit SciFi-Horror zu tun habe.
Die Einleitungsszene verstehe ich auch immer noch nicht. Vielleicht kann mir da jemand helfen.
Zumindest das Rätsel um die Space Jockey-Leiche in Alien wurde imo zufriedenstellend geklärt.
Man kann viel an diesem Film zerreissen und einiges ist wirklich ärgerlich. Dennoch wurde ich über die gesamte Laufzeit gut unterhalten. Trotz der Logikfehler, trotz der teils grausigen Dialoge, trotz des nervenden Pärchens neben mir. Der Film ist spannend, teils eklig, hochinteressant und hat meine Erwartungen alles in allem doch erfüllt, da ich schon wusste, dass es bei den angesprochenen Punkten Mängel und viel Luft nach oben gibt. Dem schließe ich mich an.
7/10 Punkten
Wär schön, wenn hier eine Diskussion stattfindet.
Der Film ist jedenfalls ne gute Grundlage für eine solche - und das hat ja auch was für sich.
Ich freu mich auf die DVD.